Realisierung des Rewe Markes in Kamp-Bornhofen

1.500 m² Verkaufsfläche stehen den Bürgern aus Kamp-Bornhofen sowie dem Umland seit Kurzem zur Verfügung. Nach etwas über einem Jahr Bauzeit erfolgte im September 2020 die Eröffnung des neuen REWE-Marktes. Geplant und realisiert wurde das Projekt durch die Immobilien-Projektentwicklung Albert Weil GmbH (IPE). Wir haben mit Ortsbürgermeister Frank Kalkofen sowie der IPE-Abteilungsleiterin Nina Hildebrandt und dem IPE-Prokuristen Heinz Lang über die Planungs- und Bauphase sowie über Chancen und Herausforderungen gesprochen.

Herr Bürgermeister Kalkofen, seit wenigen Wochen können die Bürger in Kamp-Bornhofen im neuen REWE-Markt einkaufen. Gibt es schon erste Rückmeldungen?
FK: Seit Monaten fragen mich viele Bürger aus den umliegenden Orten: Wann macht der REWE-Markt endlich auf? Insofern war die Freude bereits im Vorfeld sehr groß. Die Rückmeldungen nach der Eröffnung sind bisher glücklicherweise sehr positiv.
Wie genau kam es zu dem Projekt? Wann haben die ersten Gespräche stattgefunden?
FK: Bereits zu Beginn meiner Amtszeit habe ich mich dem Gewerbegebiet angenommen, also Anfang des Jahres 2007. Es war ein langer und steiniger Weg bis zur Realisierung und wir alle sind sehr froh, dass dieses Projekt mit einem Investitionsvolumen von über einer halben Millionen Euro für die Gemeinde mehr als kostendeckend abgeschlossen werden konnte.
Die ersten Gespräche zum REWE-Markt fanden im Jahr 2016 statt. Hätten Sie gedacht, dass das Projekt in knapp vier Jahren realisiert wird? Und wie bewerten Sie diese Zeitspanne?
FK: Gehofft hatte ich es und im Laufe des Verfahrens hat sich eine sehr gute Dynamik entwickelt und alle Beteiligten haben an einem Strang sowie in die gleiche Richtung gezogen. Das lag sicher an der Arbeit von Nina Hildebrandt, die mit großem Engagement und Fachwissen die Zügel in der Hand hatte.
Frau Hildebrandt, wie haben Sie die Zusammenarbeit erlebt?
NH: Als sehr konstruktiv, vertrauensvoll und partnerschaftlich. Ganz gleich um welches Thema es ging: Herr Bürgermeister Kalkofen stand uns stets als kompetenter und engagierter Ansprechpartner zur Verfügung, was natürlich für einen reibungslosen und fristgerechten Projektverlauf unabdingbar ist. 
Gab es in dieser Zeit besondere Herausforderungen bzw. Überraschungen?
FK: Die größte Hürde war aus meiner Sicht sicherlich das Einzelhandelskonzept auf Verbandsgemeindeebene, welches vorab erforderlich war. Weiterhin die Diskussionen mit den Nachbarorten. Es bedurfte schon einiger Überzeugungsarbeit um klar zu machen, dass ein zusätzlicher Markt einen Gewinn darstellt.
(HL): Eine weitere, besondere Herausforderung bei der Projektkonzeption waren die Themen Arten- und Hochwasserschutz. Dies war uns bereits sehr früh bewusst. So haben wir bereits im Jahr 2017 mit der Erstellung von sog. CEF-Maßnahmen (vorgezogene Ausgleichsmaßnahmen für den Artenschutz) begonnen, um die im Plangebiet vermutete Smaragdeidechse umsiedeln zu können. An dieser Stelle bedurfte es einer engen Abstimmung mit Fachplanern und Behörden, was hervorragend funktionierte.
NH: Vergleichbar intensive Dialoge waren erforderlich, um die Genehmigung für die tlw. Lage des Baugrundstückes im Überschwemmungsgebiet des Rheins zu erlangen. Hierzu wurden baukonstruktive Maßnahmen wie bspw. eine Anpassung der Höhenlage des Gebäudes aber auch die Schaffung von Ersatzretention erforderlich. Beides musste geplant, koordiniert, beantragt und schließlich dann auch realisiert werden, was im Hinblick auf den Zeitplan eine anspruchsvolle Aufgabe gewesen ist.
Das Thema dieser Ausgabe ist „Unternehmenswerte“. Bei uns zählen dazu unter anderem die Wertepaare „Qualität und Anspruch“ sowie „Verantwortung und Nachhaltigkeit“. Herr Bürgermeister, wie würden Sie diese Wertepaare in den Kontext des Projektes einordnen?
FK: Ihre Wertepaare decken sich mit den Reaktionen aus der Bevölkerung. Dies zeigt, dass Sie an dieser Stelle die richtige Orientierung haben. Hierbei spielt neben der Qualität auch eine Rolle, dass auf Produkte aus der Region großen Wert gelegt wird.
Der REWE-Markt wurde nach dem Green Building-Konzept gebaut. Wie kam es dazu?
HL: Der Wunsch kam von Seiten der REWE, weshalb dieser Aspekt auch von Anfang an fester Bestandteil der Projektplanung war. Bereits der REWE-Markt im Limburger Pallottinergebiet wurde nach dem Konzept geplant bzw. realisiert, sodass wir – zusammen mit den Kollegen aus der Muttergesellschaft Bauunternehmung Albert Weil AG– an dieser Stelle auf Erfahrungswerte zurückgreifen und die besonderen Herausforderungen bereits früh in der Projektplanung berücksichtigen konnten.
Wie schätzen Sie das Thema – allgemein – für die Zukunft ein?
NH: Die Umsetzung eines Green-Building-Konzepts ist grundsätzlich nicht neu. Sicherlich werden aber Nachhaltigkeitsaspekte im Rahmen der Projektplanung zunehmend bedeutender. Insbesondere klimapolitische Anforderungen werden aus meiner Sicht in den nächsten Jahren die Projektentwicklung prägen und diese vor neue Herausforderungen stellen. Dies trifft dabei nicht nur auf die Entwicklung der Handelsimmobilien zu: An dieser Stelle möchte ich bspw. auf unser Entwicklungsprojekt in der Stadt Idstein verweisen, wo die IPE-AW derzeit zwei Wohngebäude mit insgesamt 26 Wohnungen im kfW-40 Standard baut. Damit liegen wir deutlich über den gesetzlichen Anforderungen, die sich aus der EnEV ergeben und dokumentieren unseren Selbstanspruch im Hinblick auf nachhaltige und klimaschonende Entwicklungs- und Bauprojekte.
Herr Bürgermeister, ist das Thema der Nachhaltigkeit ein Thema in Ihrer Gemeinde? Gibt es weitere Projekte?
FK: Ja, wir haben das Thema auch schon seit einigen Jahren auf der Agenda. Ein gelungenes Projekt ist die PV-Anlage auf unserem Turnhallendach. Ein Versuch bzgl. einer Stromgewinnung aus Wasserkraft (Mühlen im Rhein) konnte leider nicht realisiert werden, aber wir bleiben diesbezüglich am Ball.
Gibt es weitere, konkrete (Bau)Projekte in Kamp-Bornhofen, die Sie kurz- bzw. mittelfristig in Angriff nehmen möchten?
FK: Aktuell steht der Ausbau des Bürgersteigs in der Nordhälfte der Rheinuferstraße an, quasi der Lückenschluss von der Ortsmitte bis zum freundlicherweise bereits hergestellten Bürgersteig unmittelbar am REWE-Gelände. Im Zuge dieser Baumaßnahme sollen auch vier angrenzende Gassen ausgebaut werden. Ebenfalls aktuell und noch in diesem Jahr zur Umsetzung geplant ist die Pflasterung und Beleuchtung des Fußweges vom Klostergarten bis zu den beiden Märkten am Ortseingang. Ein weiteres wichtiges Bauprojekt wird in zwei Jahren die Neugestaltung des südlichen Bahnhofsbereiches sein. Danach kommen wir hoffentlich auch mit unserem geplanten Neubaugebiet „Hinter der Heh“ ein Stück weiter.
Wie wird sich Ihrer Meinung nach der Markt auf Kamp-Bornhofen auswirken?
FK: Ausschließlich positiv, darum war das Projekt für uns auch so wichtig. Unsere gute Infrastruktur wird weiter und erheblich verbessert – nicht nur durch die Einkaufsmöglichkeit, sondern auch durch die Schaffung von Arbeitsplätzen und weiteren Einnahmen. Für jeden einzelnen unserer rund 1.600 Einwohner bedeutet der REWE-Markt, als Ergänzung zu den bereits vorhandenen Einkaufsmöglichkeiten, nun eine quasi Vollversorgung des täglichen Bedarfs. Wenn man alleine die ersparten Spritkosten zusammenrechnet, kommt man sicher auf einen hohen, jährlichen Betrag. Es bedeutet für jeden Einzelnen in meiner Gemeinde eine Wertschöpfung!
Und wenn Sie die Zusammenarbeit mit der IPE beschreiben müssten? Was ist Ihr Fazit?
FK: Die Zusammenarbeit war geprägt von Vertrauen und Harmonie. Eine zukünftige Zusammenarbeit? Jederzeit!